#38 Aus dem Nähkästchen – Kitzelvorliebe erklärt

Kitzelvorliebe als Teaser im Liebesspiel, schöner Ausgleich, oder doch zur Folter. Justus hat diese Vorliebe und nimmt uns mit in seine Welt.

Was genau macht Kitzelvorliebe aus? Beschreib es mir bitte einmal

Generell empfindet man das Gefühl des Kitzelns nicht als unangenehm, sondern ganz im Gegenteil, als äußerst angenehm bis sexuell erregend. In meinem Fall verbindet man es sehr gerne mit Bondage. Weil das Gefühl des ausgeliefert seins, der Machtlosigkeit, oder des Machtbesitzes auf der anderen Seite, super ansprechend ist. Der Reiz liegt vor allem darin, die jeweils empfindlichen Stellen des jeweils anderen ausfindig zu machen. Und in meinem Fall ebenfalls darin, das Kitzeln dieser möglichst gut und lange auszuhalten. Wichtig ist mir hierbei vor allem, dass es auf freiwilliger Basis passiert und beide Seiten im besten Fall ihren Spaß haben. Sobald man es mit Bondage kombiniert, ist ein Safeword natürlich Pflicht. Weil man einfach nicht unterschätzen darf, dass es unter solchen Bedingungen auch eine Art von Folter ist.

Wann und wobei ist dir aufgefallen, dass du eine solche Kitzelvorliebe besitzt?

Ich bin mit zwei Schwestern groß geworden und kitzeln war da ein ständiger Begleiter. Wir haben es beim Spielen öfters gerne verwendet, aber im Falle meiner großen Schwester, auch gerne auf sehr fiese Art und Weise zum Ärgern. Ich glaube, wir waren und sind da beide ein wenig sadistisch veranlagt in dieser Hinsicht…

Aber generell fing es bei mir in der Schulzeit an, als ich festgestellt habe, dass mir kitzeln unglaublich viel Spaß bereitet. Ich bin seit meiner Kindheit ein sehr kitzeliger Mensch und reagiere schon auf die leichtesten Berührungen teils sehr empfindlich. Das wurde in meinem Fall sehr gerne und oft von Klassenkameradinnen und Freundinnen ausgenutzt. Insgesamt war kitzeln während der Kindheit einfach sehr viel normaler und man hat es oft zum Ärgern genutzt. Im erwachsenen Alter ist es verständlicherweise sehr viel intimer und daher erlebt man es außerhalb von Beziehungen gar nicht mehr so häufig. Auf jeden Fall kam es im Laufe meiner Kindheit sehr oft zu Situationen, in denen gekitzelt wurde. Teilweise habe ich sie natürlich auch forciert, weil ich es einfach gerne mochte. Als es dann ins jugendliche Alter überging, entwickelte sich die Geschichte schon in eine, wie soll man sagen, ernstere Richtung.

Es gefiel einem teilweise schon so sehr, dass es auch sexuell erregend war. Bei mir kam und kommt es aber auch immer noch wirklich darauf an, wer mich gekitzelt hat oder wen ich gekitzelt habe (gleichgeschlechtlich geht bei mir zum Beispiel gar nicht). So konnte eine Kitzelvorliebe wachsen. Im Rahmen der Familie war es immer das typische Ärgern, aber bei diversen Freundinnen, die ich eventuell auch optisch ansprechend fand, steckte schon mehr dahinter.

Als ich ungefähr 14 war, habe ich mich des Öfteren mit zwei Mädchen aus meinem Ort verabredet. Eines dieser Mädchen, und da bin ich mir bis heute recht sicher, hat auch sehr viel Spaß daran Menschen zu kitzeln. Es war bei ihr immer das erste Mittel, wenn es darum ging, jemanden zu ärgern oder als Reaktion, wenn man sie ärgerte. Vielleicht steckt da auch eine gewisse Neigung hinter, aber da wir schon sehr lange keinen Kontakt mehr haben, konnte ich das nie in Erfahrung bringen. Vielleicht steckte auch eine Kitzelvorliebe in ihr.

Bei ihr war es zumindest irgendwie völlig normal, dass man es in keinster Weise forcieren musste, und sie trotzdem irgendeinen Grund gefunden hatte zu kitzeln.  Für mich war das zu dieser Zeit verständlicherweise unglaublich ansprechend, auch wenn ich gefühlstechnisch gar nichts für sie empfunden habe. Meistens hingen wir dann mit der anderen Freundin in ihrem Zimmer ab und es kam immer wieder zu Situationen, in denen ich gekitzelt wurde. Eines Abends waren wir unterwegs, haben auch ein wenig Alkohol getrunken, und sind dann am Ende bei meinem Kumpel versackt. Mein Kumpel lag dann irgendwann mit der einen Freundin im Bett und ich mit der besagten „Kitzelfreundin“ auf dem Sofa. Sie hatte mich dann wieder permanent mit kitzeln geärgert und da ich ziemlich viel rumgezappelt habe, kam irgendwann der Spruch: „Boah, eigentlich müsste ich dich jetzt fesseln und dann kitzeln.“ Naja, und das war irgendwie schon so ein Schlüsselerlebnis und Vorreiter zur Kitzelvorliebe. Habe in dem Moment zwar gesagt, dass das ja richtig fies wäre und ich es niemals aushalten würde, aber insgeheim wollte ich es total gern…


Wie hast du es ab da ausgelebt? Ab wann wurde es für dich sexuell?

Ich bin in den 90ern ohne Internet groß geworden und es gab zunächst gar keine Möglichkeit, sich über einen solchen Fetisch schlau zu machen bzw. sich zu erklären, warum man das Ganze toll und auch zum Teil sexuell erregend findet. Ich wusste für mich selbst einfach nur, dass es mich total anspricht und habe mich über jegliche Situationen gefreut, in denen ich gekitzelt wurde oder selbst gekitzelt habe. Irgendwann hatten wir dann unseren ersten Router und waren somit ans WorldWideWeb angebunden. Das war wahrscheinlich so um 2003/2004 rum.

Da habe ich erstmalig „kitzeln“ und “Kitzelvorliebe” als Suchbegriff im Internet eingegeben und festgestellt, dass es Internetseiten mit Gleichgesinnten gibt. Ich habe mich jedoch trotzdem nie auf solchen Seiten angemeldet. Stattdessen habe eher gestöbert und viele Erfahrungsberichte gelesen, in denen Menschen von Kitzelsituationen berichteten. Mir ist der Männeranteil auf solchen Plattformen bis heute deutlich zu hoch. Und ich habe keine Lust, mich damit aktiv zu befassen, mit gefühlt 2000 anderen eine Frau mit Nachrichten zu bombardieren. Als ich damals unter den verlinkten Seiten dann auf einer amerikanischen Seite gelandet bin, auf der man Kitzelclips kaufen und anschauen konnte, ging es eigentlich erst so richtig los mit dem Ausleben.

Die Seite wurde meines Wissens von zwei Männern betrieben, die Frauen dafür bezahlt haben, dass sie sich fesseln und kitzeln lassen.

Zum Teil haben die Frauen sich aber auch gegenseitig gekitzelt, was ich schon immer sehr viel ansprechender fand. Naja, auf der Seite gab es auch ohne Aufwendung finanzieller Mittel sehr viel zu sehen anhand von Vorschaubildern und Videotrailern. Es machte mir damals schon unglaublich viel Spaß diese Inhalte anzusehen. Vor allem, weil man erkannte, dass die Frauen es aus freien Stücken machten und Spaß hatten. Die Kitzelvorliebe wirkte authentisch. Klar, hat man an vielen Stellen auch gesehen, dass es eine Art von Folter für sie ist. Und sie an ihre Grenzen gebracht wurden. Aber am Ende wirkten sie immer sehr zufrieden und sagten im anschließenden Interview teils auch, dass es eine spaßige Erfahrung war und sie es wieder machen würden.

Ich kann mich in diesem Zusammenhang noch sehr gut an den ersten Clip erinnern, den ich komplett angeschaut habe. Es gab später natürlich viele Möglichkeiten, wie den Meisten heute durch entsprechende Internetseiten ja auch mehr als klar ist, solche Clips kostenfrei zu schauen. Und den Clip, von dem ich spreche, kann ich wirklich heranziehen, wenn es darum geht, ab wann es wirklich sexuell für mich wurde. Zu diesem Video habe ich dann auch wirklich erstmalig masturbiert.

An dieser Stelle kurz zum Inhalt: Eine sehr ansprechende, kurvenreiche ungarische Blondine wird an eine Massageliege gefesselt und von einer kleinen und zierlichen Asiatin gekitzelt. Die Asiatin entdeckt nach und nach die kitzeligsten Stellen und hat großen Spaß daran, diese ausgiebig zu bearbeiten. In diesem Video habe ich dann auch gemerkt, dass mich der Bauch und der Bauchnabel bei Frauen total anspricht als Körperteil. Ich mochte aufgrund dessen in dem Video am liebsten die Stellen, in denen die Asiatin mit einer elektrischen Zahnbürste den Bauch und den Nabel der ungarischen Dame kitzelte. Diese konnte das echt so gar nicht aushalten und musste ziemlich losprusten und zappeln.

Irgendwo konnte ich sie sehr gut verstehen und empfand anfangs sogar ein wenig Mitleid. Weil das auch definitiv meine Schwachstellen sind. Aber ich kann einfach nicht leugnen, dass ich mir sowas super gerne anschaue Ich finde es sehr erregend und mir jedes Mal denke, ich möchte das gerade auch so gerne bei der jeweiligen Dame machen. Das eigene Ausleben fand dementsprechend dann primär anhand von Kitzelclips statt, die ich im Internet gefunden habe. In meinen ersten Beziehungen habe ich den Fetisch nicht ausleben können. Was aber wahrscheinlich auch daran lag, dass ich mich nie getraut habe, es offen anzusprechen. Ich muss aber auch dazu sagen, dass die Zeit eine ganz andere war und insgesamt das Thema SM tabu war, bzw. wirkte. Oder ganz gern durch den Kakao gezogen wurde.


Wie lebst du Kitzelvorliebe heute aus? Kannst du ihn überhaupt mit “jeder” ausleben? Deine Ex hat es mitgemacht, aber wie reagieren die Frauen darauf, wenn du ihnen davon erzählst?

Puh, es ist wirklich nicht einfach, einen solchen Fetisch auszuleben und es bedarf schon einer langen Suche oder Überredungskunst, entsprechende Frauen dafür zu gewinnen. Also ich kann klar sagen, dass die von mir schon erwähnten Kitzelclips immer noch eine große Rolle spielen, wenn es darum geht, diese Neigung für sich allein auszuleben.

Der Markt boomt in dieser Hinsicht aber auch echt und es gibt mittlerweile unwahrscheinlich viele Videos dieser Kategorie im Internet. Nur Deutschland ist meiner Ansicht nach noch ein wenig zurückhaltend und der Fetisch ist hier noch nicht ganz so verbreitet. Ansonsten ist es mittlerweile so, dass es schon ein entscheidendes Kriterium für mich ist, ob eine Frau bei solchen Geschichten mitmacht. Es gibt mir unglaublich viel und erregt mich einfach mehr als viele andere Dinge. Von daher versuche ich schon vorher auf irgendeine Art herauszufinden, ob eine Frau entsprechende Neigungen besitzt oder einfach bereit wäre, so etwas mal auszuprobieren. Einige meiner Freundinnen wissen mittlerweile von meiner Neigung. Und ich fand die Reaktionen eigentlich ganz cool, weil sie nie in irgendeine negative Richtung gingen.

Auch wenn sie es nicht unbedingt ausprobieren müssten, sind sie definitiv interessiert, was man genau macht und was der Reiz dahinter ist.

Natürlich gibt es zum Teil auch Verwunderung. Denn viele wissen, dass ich sehr kitzelig bin und mich dennoch in so eine ausgelieferte Situation begeben würde. Aber das machen Menschen, die auf Schmerzen stehen, natürlich irgendwo nicht anders.

Gab es schon mal harte Abwehr? Verleumdung?

Nein, so etwas habe ich glücklicherweise nie erfahren.

Wie genau läuft Kitzelfolter ab? An welchen Stellen wird gekitzelt?
Wie erkenne ich, dass es zu viel ist?
Wie integrierst du es ins Liebesspiel? Ist Kitzelvorliebe immer im Rahmen eines Liebesspiels?

Also meine erste Erfahrung mit Folter war in dieser Hinsicht wirklich während der Kindheit. Da wurde ich von meiner großen Schwester ans Bett gefesselt und gnadenlos durchgekitzelt. Ich habe im Vorfeld irgendwie große Töne gespuckt, dass ich mich sowieso befreien könnte. Und sie hat es schamlos ausgenutzt, als dem nicht so war. Aber zu diesem Zeitpunkt spielte das Sexuelle keine Rolle. Es war zwar irgendwo echt heftig für mich, weil meine Schwester gefühlt jede gute Stelle kannte, aber irgendwo war es auch cool und spaßig. Danach vergingen sehr viele Jahre bis ich wieder ein solches Erlebnis hatte.

Es war dann wirklich das nächste Mal im Rahmen einer Beziehung. Da wollte ich erstmalig ein wenig in Richtung SM probieren. Ich habe festgestellt, dass meine Partnerin zu dieser Zeit überhaupt nicht angetan war. Eine Beziehung später hatte ich dann mehr Glück und konnte unwahrscheinlich viel hinsichtlich dieser Neigung ausprobieren:

Wie in anderen SM-Bereichen auch, gibt es einen aktiven und einen passiven Part. Der jeweilige passive Part wird im Normalfall bewegungsunfähig gemacht, damit man sich nicht gegen das Kitzeln wehren kann. Beim Fesseln sind der Kreativität natürlich keine Grenzen gesetzt. Wichtig ist nur, dass die kitzeligen Stellen noch gut erreichbar sind. Diese werden dann mit den Fingern oder anderen Hilfsmitteln bearbeitet. Ich glaube, jeder kitzelige Mensch wird sehr gut nachvollziehen können, dass gerade hierbei ein Safeword Pflicht ist.

Wir haben uns meistens ans Bett gefesselt und nach einer gewissen Zeit die Rollen getauscht. Das Ganze wurde eigentlich immer ins Liebesspiel integriert, weil es speziell mich sehr geil machte. Gerne sind wir auch so vorgegangen, dass man mit einem Orgasmus belohnt wurde, wenn man das Kitzeln eine bestimmte Zeit ausgehalten hat ohne zu lachen oder rumzuzappeln. Wir haben auch mal einen Würfel genommen und uns für die Würfelseiten Körperstellen und Instrumente überlegt. Das war auf jeden Fall super witzig und aufregend zugleich, weil man teils echt Angst hatte, dass man die empfindlichste Stelle plus das effektivste Kitzelwerkzeug dafür abbekommt.

Auch haben wir öfters die Augen verbunden. Was auch noch einmal eine Steigerung ist. Weil man nie weiß, wann und wo jemand zuschlägt.

Beim Thema, wann ist es zu viel und wie erkenne ich das, ist die Kommunikation natürlich erstes Mittel der Wahl. Wenn man nicht gerade einen Knebel im Mund hat.

Ansonsten merkt man es aber sehr schnell an der Atmung oder am hochroten Kopf. Genrell sollte man insgesamt sehr viele Pausen einlegen. Ich glaube, dass wir nie länger als eine Minute am Stück gekitzelt haben ohne kleine Atempause danach. Bei mir kam es glaube ich bisher einmal vor, dass ich vor lauter Lachen echt heulen musste und gar nichts mehr ging. Meine Partnerin hatte mich zuvor mit Folie eingewickelt und nur kleine Aussparungen an meinen kitzeligsten Stellen gelassen. Das war dann wirklich das Extremste, was ich in diesem Zusammenhang bisher erlebt habe. Eben weil ich mich wirklich keinen Millimeter bewegen konnte und völlig hilflos war.

Ich glaube, bei den Stellen, die man während einer Kitzelfolter so kitzelt, sind der Kreativität ähnlich, des Fesselns, keine Grenzen gesetzt. Ich habe im Rahmen von Kitzelfolter Stellen entdeckt, von denen ich nie wusste, dass ich dort kitzelig bin. Außerhalb solcher Geschichten wird man glaube ich auch selten bis gar nicht an Stellen wie dem Bauchnabel oder den Hoden gekitzelt…Kitzelvorliebe hin oder her.

Mit welchen Instrumenten kannst du diese Kitzelvorliebe ausleben? Was ist dein Lieblingsinstrument?

Also prädestiniert zum Kitzeln sind natürlich die Finger. Und ich würde auch soweit gehen, dass diese mit Abstand am effektivsten sind, weil man so viele unterschiedliche Techniken anwenden kann. Vom bisschen stärkeren Pieksen der Seiten, bis zum mit den Nägeln langsam über Fußsohlen oder den Bauch streichen. Da ist halt alles möglich. Ansonsten habe ich Federn und Pinsel ausprobiert, die gerade für den sanften und leichten Einstieg sehr gut geeignet sind. Wenn man dann ein wenig fieser werden möchte, kann man elektrische Zahnbürsten super verwenden. Darauf wäre ich aber ohne gewisse Inspirationen aus den Kitzelclips nie von selbst gekommen. Genauso wie diese Noppenbürsten für Haare, die mit Abstand eines der effektivsten Instrumente für Fußsohlen sind… Schlussendlich kann ich sagen, dass zumindest mir alle Instrumente Spaß machen und die Variation dieser im Rahmen der Kitzelfolter viel hermacht.

Was passiert in und mit dir:

a) sobald der Wunsch der Kitzelvorliebe in dir hochkommt ihn ausleben zu wollen?

Ich bin da eigentlich nicht so animalisch veranlagt, dass ich es auf Anhieb ausleben müsste und hab das sehr gut im Griff. Außerhalb von Beziehungen mache ich es mir dann selbst und schaue dabei meist entsprechende Videos.

b) während du sie auslebst?

Das ist schwer in Worte zu fassen, aber es fällt wirklich jegliche Last von mir und ich genieße es einfach nur. Für mich ist das wirklich etwas, bei dem ich alles Schlechte auf der Welt für einen Augenblick lang vergessen kann.

c) danach?

Das „Danach“ ist vergleichbar mit dem Gefühl, wenn man aus der Badewanne kommt, sich seinen Bademantel anzieht und sich anschließend in ein frisch gemachtes Bett legt. Einfach traumhaft!


Verspürst du Scham dabei diesen Fetisch/diese Kitzelvorliebe zu haben? Bist du stolz?

Also ich müsste ihn jetzt nicht in die Welt herausschreien und alle teilhaben lassen. Wie auch andere sexuelle Dinge, ist so ein Fetisch für mich einfach Privatsache und gehört nicht jedem auf‘s Brot geschmiert. Da mir dieser Fetisch so viel gibt und ich so viel Spaß damit hatte/habe, könnte ich mir ein Leben ohne gar nicht mehr vorstellen. Aber eine Form von Scham habe ich wirklich lange verspürt. Gerade in diesem typischen jugendlichen Mitläuferalter, wo man möglichst allen Menschen gefallen wollte und Coolness ausstrahlen musste. Danach wurde man individueller und auf einmal war es sogar cool, anders zu sein. So ähnlich sehe ich es auch mit einem Fetisch.


Kennst du andere Menschen, die diesen Fetisch haben, mit denen du dich austauschen kannst?

Persönlich leider nicht, aber ich habe hin und wieder im Internet mal mit wem darüber schreiben können.


Was würdest du Menschen gerne sagen, die sich nicht trauen dazu zu stehen?

Ich habe vollstes Verständnis dafür, dass es unwahrscheinlich schwer ist, in einem gewissen Alter dazu zu stehen und es jemandem zu erzählen.

Aber am wichtigsten finde ich, dass man sich dadurch nicht schlecht fühlen darf, nur weil man vielleicht von der Norm abweicht. Es wird die Zeit kommen, in der man die Möglichkeit kriegt, diese Neigung mit jemandem auszuleben. Man muss nur leider geduldiger sein als manch anderer.

Ich habe ansonsten noch die große Hoffnung, dass sich generell mehr Menschen auf solche Neigungen einlassen, es einfach mal ausprobieren und dem Ganzen überhaupt eine Chance geben.

Gerade dem Kitzeln kommt ja auch abseits einer sexuellen Praktizierung eine große zwischenmenschliche Rolle zu. Und man kitzelt sich ja deshalb gern mit Leuten, die man auch sehr gerne mag. Ich bin der Meinung, dass wir Menschen Dinge wie kuscheln, kraulen und kitzeln unbedingt für unserer Wohlbefinden brauchen.

Damit wir nicht irgendwann zu inhaltslosen und austauschbaren Maschinen werden.

Danke, Justus!

Ein paar Schlagwörter

Warum macht sie das?

  • aktuell: BDSM greifbarer machen
  • Ermutigen auch einen Blick über euren Tellerrand zu wagen

Wie macht sie das?

  • Ausbruch - neue/alternative Wege gehen
  • Motivation und Inspiration durch Menschen, Momente und nimmersatte Neugierde

Womit macht sie das?

  • Mit Geschichten aus dem wahren Leben.
  • Mit eigener Erfahrung, die sie euch zu Nutze macht.
  • Mit knallharter Wahrheit und derzeit jeder Menge Fakten über die schwarz-bunte Welt der BDSM Szene