#33 Fetischparty – Fragen meiner Freundinnen

Die heutige Folge zum Thema “Fetischparty” ist etwas improvisiert. Aber da ich heute etwas erlebt habe, was viele wahrscheinlich gerne mal machen würden und was vielen Menschen was bringen könnte, möchte ich die Situation jetzt nutzen und euch direkt davon erzählen.

Und zwar war es heute so: Ich war verabredet mit meinen Freundinnen. Wir waren was essen und irgendwie stand noch nicht so richtig fest, was noch passieren sollte am Abend. Wir machen das manchmal so, dass wir uns treffen, essen gehen und dann schauen wir weiter. Manche setzen sich dann ab und manche gehen in die Stadt. Heute war für mich klar: Ich gehe mit den Mädels nur was essen, weil ich abends was vorhatte. Natürlich hatten sie mich gefragt, was ich denn machen würde.

Im Nachhinein hätte ich mir denken können, dass die Reaktion darauf etwas komisch sein könnte, aber ich habe in dem Moment einfach nicht dran gedacht. Ich habe frisch, fröhlich, frei gesagt, dass ich danach noch auf eine Fetischparty gehe. Also, eine Fetischparty ist es ja nicht so wirklich. Sicher leben da manche ihre Fetische aus, aber für mich war es ja so, wie ich schon mal erzählt habe: Es ist eine Party, auf der man ein bisschen freizügiger ist, die ganze Sache ist schlicht etwas frivoler angehaucht. Diese typischen Partys, von denen der eine oder andere schon mal gehört hat, auf der man was machen kann – oder auch nicht. Wie auch immer es gewünscht ist.

Da ich schon auf ein, zwei solcher Fetischpartys war, war das für mich zwar nicht völlig normal, aber schon so, dass ich mich tierisch gefreut habe. Mein erstes Mal könnt ihr gern hier nachlesen.

Denn ein guter Freund war später auch dabei. Für mich war klar: Es wird ein cooler Abend. Nur die Reaktion der Mädels war unerwartet für mich. Eine Mischung aus Faszination und Verwunderung. Die haben mich angeguckt wie ein Auto. Es war wirklich: Wie jetzt, du gehst auf so eine Party? In dem Moment merkte ich: Okay, ich glaube, ich bin die einzige hier in der Runde, die da unterwegs ist. Dabei ist mir aufgefallen, dass es für mich mittlerweile normaler ist als gedacht. Auch wenn ich ja nicht wöchentlich sowas mache, sondern ein-, zweimal im Jahr.

Jedenfalls waren auf einmal alle Blicke auf mir, mir wurden wahnsinnig viele Fragen zu Fetischpartys gestellt und es herrschte eine gemischte Stimmung aus Spannung, Faszination – und tatsächlich auch Abwehr. Die Situation hat sich so aufgebauscht, dass mich die Fragen, die mir die Mädels gestellt haben, den ganzen Abend begleitet haben. Ich habe mich gefragt, warum es wohl so spannend für sie ist. Warum sie nicht mit wollten war verständlich. Ich habe ihnen dennoch locker flockig gesagt: Guckt euch das doch am besten selbst mal an und kommt einfach mit! Mädels sind da ja eh immer erwünscht! Aber wenn man noch gar nichts mit einer Fetischparty zu tun hatte, dann ist das klar, dass erst mal die Alarmglocken angehen und diverse Fragen beantwortet werden wollen.

Dementsprechend möchte ich diesen Blogartikel nutzen, um mich genauer mit den Gedanken, Gefühlen und den Ängsten auseinanderzusetzen, denen man sich stellt, wenn man auf eine Fetischparty geht. Das habe ich bestimmt vorher auch schon gemacht, aber noch nicht so bewusst. Die Fragen, die die Mädels mir gestellt haben, die wollte ich an dem Abend mal mitnehmen. Das habe ich mir vorgenommen und habe ein bisschen darauf geachtet, als ich losgegangen bin. Ich wollte einfach mal ein bisschen genauer hinsehen, welche Eindrücke ich mitnehme.

Ja, ich bin etwas “geübt”, weil ich ja schon mal auf einer Fetischparty war und weil ich in einem Swingerclub gekellnert habe. Aber als Privatperson, als Single-Frau, da jetzt hinzugehen, das wollte ich mal genauer beobachten. Aufgrund der Reaktion der Mädels hatte ich ja jetzt auch genug Ansporn dazu. Es war schon echt cool für mich zu sehen, dass Mädels, die noch gar nichts damit zu tun hatten, mich indirekt begleitet haben. Und neben ganz vielen anderen Fragen blieben mir ein paar bestimmte im Kopf, mit denen ich mich jetzt auch näher befasst habe. Diese werde ich hier beantworten, damit ihr auch etwas davon habt.

Fetischparty

Was zieht man auf einer Fetischparty denn so an? Wie sieht man denn darin so aus? Wie fühlt man sich darin?

Das ist so die wichtigste Frage überhaupt: Wie fühlt man sich in Klamotten, die ja eigentlich nicht „normale“ Ausgehklamotten sind. Im Alltag hat man ja diverse Situationen, wo man sich entsprechend kleiden muss. Sei es im Büro ein bisschen schicker. Vielleicht im Kostüm, im Anzug, in der Bluse, dezent. Oder wenn man mit Freunden unterwegs ist, dann macht man sich hübsch. Man zieht sich meistens casual, sportlich, oder auch ein bisschen schicker an.

Irgendwie will man ja immer passend aussehen. Wenn man jetzt nicht gerade einen Asi-Couchtag macht, macht man sich zumindest Gedanken darüber, was man anzieht. Trotzdem zuppelt man ja immer noch an sich rum und denkt sich: Mmh, liegen die Haare? Ist man schön geschminkt? Fühlt man sich wohl? Ist alles cool? Wenn man das im Alltag schon macht, dann kann man sich ja vielleicht vorstellen, dass es in so einer Situation auf einer Fetischparty noch eine ganz andere Sache ist.

Wie fühlt man sich denn wohl halbnackt?

Jeder Mensch kennt das. Solange man alleine ist, ist alles cool, wobei man dann auch oft vor dem Spiegel steht und sich denkt: Na, da irgendwie noch ein bisschen zu viel, und hier könnte noch was weg, man kennt es. Wenn man dann aber auch vor dem Partner steht, dann ist das ja schon mal der nächste Schritt. Viele trauen sich ja noch nicht mal, sich nackt vor den Partner zu stellen. Selbst da fühlt man sich dann schon unwohl und sagt: Ich schließ lieber mal ab im Bad. Da gibt es ja keine Grenzen der Scham.

Dementsprechend ist eine Fetischparty ja noch ein ganz anderer Schnack. Gut, man muss sich nicht komplett nackt machen, aber ja, man trifft oft ganz nackte Menschen. Die sind dann wahrscheinlich d’accord mit sich selbst. Man selber, also ich jetzt, kann sagen: Ich kann da nicht nackt rumlaufen. So wohl fühle ich mich dann jetzt auch nicht. Ganz im Gegenteil. Ich habe da eigentlich immer „zu viel“ an. Wurde mir auch schon gesagt, aber es bringt mir jetzt auch nicht so viel, wenn ich irgendwas anziehe, was halbwegs gut aussieht, aber ich da selber die ganze stehe und denke: Oh Gott, oh Gott!

Von daher – was hatte ich also an?

Ich habe mich für einen Netz-BH entschieden. Das ist ja auch schon für den ein oder anderen krass. Man sieht halt die Nippel. Dazu habe ich dann einen ganz engen Rock angezogen, einen Bleistiftrock, der auch nur knapp bis über die Po-Backen ging. Also ein bisschen anrüchig angehaucht, kein Höschen an, so dass man sich schon eingliedert, aber trotzdem noch was an hat. Natürlich dann auch die entsprechenden Schuhe dazu, Schminke, Haare schön gemacht – fand ich schon okay. Ein guter Freund von mir hat mich an dem Abend begleitet. Er hatte eine Anzughose an mit Hosenträgern und Fliege, sonst oben ohne. Er hatte noch einen Hut auf und coole Schuhe. Also irgendwie war das dann im Großen und Ganzen ein cooles Bild, das wir abgegeben haben.

Ich habe mich wohl gefühlt, er hat sich wohlgefühlt.

Ich wollte dann ein bisschen mehr drauf achten, was die anderen Mädels so anhaben und ja, es war sehr, sehr, sehr spannend mal wieder. Dazu dann aber später gerne mehr. Um die Frage zu beantworten: Was zieht man auf einer Fetischparty an? Entweder gar nichts, oder ein Mittelding. Man kann z.B. auch Corsagen oder Catsuits anziehen. Das habe ich den Mädels dann auch so gesagt. Man hat schon gemerkt: Okay! Ja, habe ich eigentlich alles da, aber irgendwie nur im Schrank. Da liegt es schon länger, schade eigentlich. Aber nee.

Das Interesse war da. Es war cool zu sehen, dass man da nicht auf taube Ohren trifft, sondern eigentlich schon in eine andere Richtung: Ha, das wäre schon schön, aber mal gucken.

Eine weitere Frage war: Wie kommt man denn mit den ganzen Eindrücken auf einer Fetischparty klar?

Generell ist man ja sowieso jeden Tag mit sämtlichen Eindrücken konfrontiert. Sei es im Alltag oder wo auch immer. Aber es ja eine gewisse Grundspannung da, wenn man auf so eine Party geht, eben weil es eben nicht „normal“ ist. Es ist ja schon eine besondere Situation. Man geht halt nicht in einen Club und tanzt und trinkt und hat Spaß. Also in anderer Form Spaß. Erstmal hat man ja wenig an, es ist laut, es ist dunkel, es sind sehr viele Menschen da – und es sind sehr viele nackte Menschen da. Deshalb konnte ich es voll und ganz verstehen, als eine Freundin mich fragte, wie ich denn damit klar käme, mit all diesen Eckdaten. Gerade diese nackten Menschen.

In einem “normalen” Club kann man ja auch schon nicht immer seinen Tanzbereich einhalten. Man kann jetzt nicht sagen: Bitte Abstand halten! Man hat halt was an. Und es ist alles etwas entspannter. Und diese sexuell aufgeladene Grundspannung ist nicht da. Auf einer Fetischparty ist es alles etwas anders. Klar, auch sehr warm, aber wenn man das nackten oder halbnackten Menschen sagen muss, ist es schon was anderes. In manchen Fällen kann man einem Genital gar nicht ausweichen, weil der Besitzer es entblößt vor sich herträgt.

Das passiert sehr selten, aber das sind Situationen, die schrecken manche ab. Klar, ich könnte das jetzt auch verschweigen, aber so ist es nun mal. Viele haben auch unten rum nichts an. Wenn man da eng an einem vorbei geht und man auf einmal merkt: Da war gerade irgendwas an meinem Hintern, das unbekleidet war – das ist schon gewöhnungsbedürftig. Das passiert aber, wie gesagt, eher selten. Soviel Anstand haben dann doch die meisten, dass sie das zumindest bedecken. Natürlich: Eindruck – großes Thema. Man sieht da auch Menschen in Aktion. Man ist sowieso schon damit befasst, mit der Situation klarzukommen. Und wenn man etwas normalerweise nicht überall sieht, dann sind das Menschen in Aktion. Vergleich normaler Club: Da siehst du vielleicht mal Menschen, die rumknutschen oder so. Aber das war es dann auch schon. Und auf einer Fetischparty gibt es natürlich auch Menschen, die miteinander vögeln.

Natürlich war dann die Frage: Wie? Machen die das überall da? Kann man sich dem überhaupt entziehen, dass man das nicht sehen muss? Ja, kann man, denn es gibt ja Separees. In vielen Clubs ist es so, dass es verschiedene Räume oder abgeschirmte Bereiche gibt, in die man verschwinden kann. Natürlich, manchmal kommt man denen schon entgegen und man denkt sich auf einmal: Da in der Ecke, da passiert gerade etwas, was jetzt nicht so alltäglich ist. Obwohl, es ist ja eigentlich die normalste Sache der Welt, aber eben nicht unter den Umständen.

Ich hatte heute auch eine Situation. Ich unterhalte mich mit meinem Freund, gucke auf einmal nach rechts und sehe, wie eine Frau einen anderen Mann oral befriedigt. Und schon wusste ich nicht mehr, worüber wir gerade gesprochen haben. Ich glaube, das ist ein Stück weit normal. Ich kann es jetzt ganz gut mit Humor sehen und mein Freund auch. Denn wir haben uns nun mal in so eine Situation begeben, und dass das passiert, ist klar.

Ein anderes Beispiel: Wir wollten kurz rausgehen, frische Luft schnappen, weil es da ziemlich warm war, und wir wussten aber nicht mehr genau wohin. Deshalb sind wir einfach mal los. War alles ziemlich verschachtelt. Dann war da ein Vorhang und wir haben ihn aufgezogen. Wir dachten eigentlich, dass es da rausgeht.

Nee, da ging es rein, also mittenrein.

Auf einmal befanden wir uns auf einer riesen Spielwiese. Ich möchte euch kurz erzählen, welche Eindrücke man da hat. Natürlich, im ersten Moment denkt man: Wow, was ist hier los? Aber mal Hand aufs Herz. Auf einer Fetischparty sind sehr viele schöne Menschen. Und ich kann mich auf jeden Fall nicht davon freisprechen, dass es schön und anregend ist, wenn man schönen Menschen dabei zusehen darf, wie sie miteinander vögeln oder andere Dinge machen, zu zweit, zu dritt, zu viert.

Wir waren uns einig, dass das jetzt gerade gar nicht so schlimm war. Wir verharrten da ein bisschen – denn das ist ja auch von vielen gewünscht. Viele grinsen dann ja auch ein bisschen verschmitzt. Wenn ich den passenden Partner gehabt hätte, da hätte sich auf jeden Fall ein bisschen was machen lassen. Die Fantasie wäre auf jeden Fall da gewesen. Und Appetit holen kann man sich dort sehr gut. Das kann man einfach mal so stehen lassen.

Was waren da noch für Fragen?

Ich wurde gefragt, wie ich damit umgehe, wenn ich auf einer Fetischparty angesprochen werde.

Ich meine gut, und hier auch wieder der Vergleich mit einem normalen Club. Viele Frauen kennen diese Situation. Man wird angesprochen, man weiß jetzt nicht genau, mmh, nee, wie sag ich das dem jetzt, dass ich da keinen Bock drauf habe. Auf solchen Partys passiert das natürlich auch, aber aus meiner Sicht viel seltener und vor allem auch unter anderen Vorzeichen.

Welche Konstellationen gehen auf solche Partys? Eigentlich gibt es genau drei oder vier. Entweder man geht als Single-Frau dahin. Das machen die wenigsten. Viele sind dann eher mit zwei, drei Freundinnen unterwegs. Dann gibt es die Single-Männer. Die werden aber auch – ich sag mal – aussortiert. Das ist ein bisschen böse, aber so ist es. Es werden nicht so viele Single-Männer reingelassen, um das Risiko ein bisschen zu minimieren, dass man ungewünscht angesprochen wird. Es ist ja nun mal leider so, dass gerade Männergruppen, Single-Männergruppen, ein bisschen anstrengend sind, auch im normalen Dasein, z. B. Junggesellenabschied. Manchmal ist es halt ein bisschen anstrengend. Ist bei Frauen auch so. Viele Single-Frauen auf einmal sind auch anstrengend. Deshalb wird das in diesem Bereich ein bisschen aussortiert, weil es eine intimere Sache ist.

Dann gibt es ja noch die Pärchen, die dahin gehen, sprich Mann-Frau, Freund-Freundin. Die ziehen sich beide hübsch an und denken sich: Komm, wir haben einfach einen schönen Abend. Man trifft sich dann ja auch. Man lernt sich ja mit der Zeit kennen. Bist du auf der nächsten Party? Ja, wir auch. – so!

Dann gibt es noch so Konstellationen wie bei mir. Ich, Single, mein Wing-Man, so nennt man das in dem Bereich, auch Single. Wir sind aber nur cool miteinander. Freunde, asexuell, alles gut. Wir gehen da auch zusammen hin. Dementsprechend gibt es verschiedene Arten, wie man angesprochen wird. Alle auch schon erlebt, und alle finde ich auf ihre Weise cool.

Was mache ich, wenn mich eine Frau auf einer Fetischparty anspricht?

Erstmal finde ich das toll! Wenn eine Frau eine andere Frau anspricht, dann heißt das ja schon: Okay, die findet mich ganz attraktiv und ganz nett. Wenn eine Frau einer anderen Frau ein Kompliment macht, ist das zumindest für mich ein bisschen aufregender als von einem Mann. Normalerweise kennt man ja Stutenbissigkeiten oder so. Deshalb ist es halt eine andere Sache, wenn eine Frau mich anspricht.

Das kann passieren, und da gibt es verschiedene Möglichkeiten. Entweder sie spricht mich an, weil sie einfach auch Single-Frau und lesbisch ist. Dann gibt es ja auch die bisexuellen Frauen, die mich dann ansprechen. „Hey, ich hab einen Freund, wir sind locker drauf. Hast du generell Interesse an einer zweiten Frau mit einem Mann zusammen?“ Dann gibt es die Möglichkeit, dass ein Mann mich anspricht, klar, ganz normal als Single-Mann. Dann gibt es aber auch den Mann, der mich anspricht und sagt: „Hör mal, ich habe eine Partnerin und wir suchen immer ganz nette Spielgefährten. Wie sieht es aus? Guck dir meine Frau an! Fänden wir ganz schön!“ Ihr glaubt es nicht, aber wenn man unter diesen Umständen angesprochen wird, dann geht das runter wie Öl.

Man steht da, man stellt sich dar in Form von “hier bin ich und so sehe ich aus, wenn ich nicht so viel anhabe”. Und wenn da jemand auf einen zugeht und sagt: „Hör mal, hier, … ist ganz nett“. Dann ist der erste Schritt schon getan. Man weiß, okay, es geht hier um Sex. Aber das wird ja nur subtil angesprochen – beiläufig. Man weiß, okay, am Ende würde es darauf hinauslaufen, aber wenn nicht, ist auch okay. Ich habe dadurch ja auch schon zwei, drei Pärchen kennengelernt, mit denen ich jetzt auch einfach mal was essen oder trinken gehe. Um die Frage von meiner Freundin zu beantworten, wie man mit Ansprachen umgeht: einfach ganz normal, ganz cool.

Es gibt ja die unterschiedlichsten Arten und Formen. Aber es liegt ja immer an einem selber. Ich hatte das bisher noch nicht, dass ich gesagt habe, ich gehe mit. Aber wer weiß? Es kann ja noch passieren. Ich merke auf jeden Fall bei mir, dass ich immer offener werde. Und warum auch nicht? Ich habe Erfahrungen mit Frauen gesammelt. Ich habe Interesse an Frauen, nicht jetzt Interesse in Form, dass ich es fokussiere. Aber wenn es so ist? Es ist ein schönes Geschlecht. Wenn die passende kommt, fände ich es für mich auch mal cool, wenn es passieren würde. Wenn ich dann sagen könnte: Ja, ich komm mit!

Die letzte Frage, die eigentlich klar war, dass sie kommt, war:

Wie reagiere ich denn, wenn ich jemanden Bekanntes auf einer Fetischparty treffe?

Gute Frage, auch schon passiert. Aber in dem Fall muss ich sagen, ist es tatsächlich egal, ob es ein Verflossener ist oder einfach ein Bekannter oder Arbeitskollege. Oder sogar der Chef.

Ich meine, eins haben wir ja alle gemeinsam: Wir sind alle da.

Sprich wir haben beide Interesse an etwas Ausgefallenem. Somit gibt es quasi so eine Art Kodex. Was da passiert bleibt auch da. Dafür muss man jetzt nicht nach Vegas fliegen. Das geht auch da. Und gerade da funktioniert das sehr gut. Man weiß einfach: Okay, komm! Scheiß egal, wer du jetzt gerade bist oder ob man sich jetzt, in welcher Form auch immer, wiedersieht. An dem Abend sind wir einfach neutral miteinander und alles ist cool. Dementsprechend konnte ich die Frage dann ganz einheitlich beantworten. Es ist einfach so. Was da passiert bleibt da.

Oh, eine Frage war da noch!

Ich wurde natürlich gefragt, ob ich denn da auch aktiv was machen würde. Ob ich da mit fremden Leuten Sex hätte oder ob ich überhaupt Sex hätte.

Es ist natürlich ein sensibles Thema. Aber ich muss sagen, mit der Zeit hat sich bei mir da auch sehr vieles verändert. Allein heute durch das Paar, das ich kennengelernt hab, bin ich wieder ein Stück lockerer geworden. Jetzt im Nachgang würde ich sagen, hat sich das so langsam aufgebaut. Wenn ich das jetzt mal vergleiche mit den letzten Partys. Die allererste Fetischparty war ja so, dass ich da mein erstes Date hatte mit einem. Das war schon ziemlich gewagt und mutig, aber damals war es ja cool.

Ich habe ihn da getroffen, ich bin die, du bist der. Hi. Wir waren cool miteinander, haben da dann was getrunken, ein bisschen getanzt, ein bisschen tüdelü. Richtig Sex hatten wir an dem Abend nicht. Das haben wir dann doch nach Hause verschoben. Es war schon aufregend für mich, das erste Mal zu erfahren, wie es ist, wenn uns jemand zuschaut bei was auch immer. Das behalte ich jetzt mal für mich. Aber man kann sich ja vorstellen, was man da so gemacht hat.

Irgendwie war da eine kleine Hemmschwelle, die mich dazu gebracht hat zu sagen: Ein bisschen Petting ist okay, aber mehr nicht. Heute, ich war mit meinem guten Freund da, da ist nichts passiert. Das ist ja auch ganz fein. Wer weiß, was irgendwie in Zukunft kommt. Denn ich habe ja heute tatsächlich ein Pärchen kennengelernt, was für mich zumindest sexuell recht attraktiv wirkte. Wir wollen jetzt auch mal was trinken gehen und wer weiß, was da so passiert. Auf jeden Fall wurde ich dann heute damit mal konfrontiert, wie es ist, wenn mich ein Pärchen a) anspricht und b) auch interessiert, dann ein bisschen austestet, mich dann auch testet. Bin ich denn überhaupt bi veranlagt? Sie ist eine wunderschöne Frau und hat auf jeden Fall Interesse an mir. Wir haben uns dann ein bisschen ausprobiert.

Ich sag’s mal so: Bisher habe ich das noch nicht gemacht, um die Frage zu beantworten. Ich war da noch nicht sexuell aktiv, zumindest nicht bis zum Ende. Aber ich kann mich auch nicht davon freisprechen, das nicht mal zu tun. Das ist, glaube ich, wie in jedem Lebensbereich. Man muss einfach ein bisschen lockerer werden, erst mal ausprobieren, gucken, checken was so geht. Wie fühle ich mich dabei? Das werde ich jetzt mal weiter beobachten und mich auch beobachten. Mal gucken.

Das waren glaube ich die wichtigsten Fragen, die mich durch die Nacht führten. Die mich begleitet haben und den Mädels auf der Zunge brannten. Das war für mich richtig cool, dass ich das heute so hatte, wie ich es hatte. Erst dieses ganz normale Essen gehen, dann unverhofft das sagen, dann auf einmal so einen Rattenschwanz daraus zu machen und mich das so begleiten zu lassen heute Nacht.

Dementsprechend – warum habe ich diese Folge gemacht? – Ich glaube, dass viele schon von Fetischpartys gehört haben, viele haben sich bestimmt schon einige Fragen gestellt. Vielleicht auch genau die, die die Mädels mich heute gefragt haben. Aber viele haben bisher auch noch keine Antworten bekommen, weil sie sich vielleicht auch einfach bisher noch nicht getraut haben, dahinzugehen, oder mal einen Freund zu fragen: „Hör mal, hast du da auch schon mal was von Fetischpartys gehört?“ Das ist ja schon immer noch eine Hemmschwelle, die da überschritten werden muss. Dazu kann ich euch auch ein gutes Bespiel nennen.

Ich habe vor kurzem eine Gruppe kennengelernt, ganz normal. Das sind Leute, mit denen kann man sich verabreden. Wir sind heute da und da, wer dazukommen will, kann einfach mitkommen. Ein bisschen chillen, ein bisschen trinken, ein bisschen essen. Das war eine ziemlich komische, witzige Situation, als ich mit denen da stand. Ich kannte die alle nicht. Ich weiß nicht mehr genau, wie wir darauf kamen. Aber irgendwann sagte dann einer: „Sag mal, kennt ihr eigentlich die Plattform XY, da geht es um Sex, da kann man sich für Sex verabreden, voll krass.“ Und alle so: „Ja, nee, ja, habe ich schon mal gehört. Aber ist ja wohl voll heftig.“ Dann haben sie mir mit Humor versucht zu zeigen: Da habe ich überhaupt nichts mit zu tun. Und ich stand da und musste mich echt zurückhalten. Ihr wisst mittlerweile, ich bin da ja, ich sag mal, ein bisschen erfahrener drin.

Ich stand da am Ende einfach nur und dachte mir: Ach Mensch.

Auch heute mit den Mädels, als ich denen von der Fetischparty erzählt habe. Die Reaktion war auch: Voll krass. Allein schon dieses starke Interesse, diese vielen Fragen. Wie läuft denn eine Fetischparty ab? Was passiert denn da so? Viele Menschen haben viele Fragen. Und viele Menschen möchten es auch wissen. Man merkt das ja, wenn jemand wirklich interessiert ist. Aber viele trauen sich nicht, da genauer drauf einzugehen und mal einen Schritt dafür zu tun, um sich die Fragen selber beantworten zu können. Dementsprechend konnte ich ja heute hoffentlich ein paar Fragen schon mal beantworten.

Was hält viele davon ab – beziehungsweise warum ist das so, dass die Menschen so brennen, aber irgendwie auch nicht?

Ich habe heute auch ganz oft gemerkt, dass da viele Hürden im Kopf sind. Wahrscheinlich kann man diese Frage beantworten mit: Man hört so vieles über Fetischpartys, da wird gevögelt, man wird bestimmt angetoucht. Das ist bestimmt voll ekelig und dreckig, weil da ja auch gevögelt wird. Was ist denn da mit dem hygienischen Teil? Bah, iih, pfui. Man sieht Dinge, die man nicht sehen will. Da werden bestimmt auch Drogen vertickt. Alles schon gehört. Natürlich, wie in jedem Bereich, gibt es da sicherlich auch Abstürze. Aber ich meine, in einem Club, mal ganz ehrlich, da passieren auch viele Dinge, die fies sind. Da wird auch gekotzt und jeder Mensch weiß, wie die Toiletten nach einer gewissen Zeit aussehen. Drogen – ein großes Thema. Bestimmt in solchen Clubs oder Fetischpartys, wo ich jetzt war, auch. Keine Ahnung. Man kriegt nicht alles mit.

Am Ende ist es nichts anderes als in einem normalen Club – nur mit Goodies.

Die Toiletten sind sauber, alles ist sauber. Da werden Vorkehrungen getroffen. Wenn man aktiv sein will, liegen Kondome bereit, jede Menge Hygienesprays, Zewas, alles ist darauf ausgelegt, dass man sich auf einer Fetischparty frei entfalten kann. Am Ende hält es wahrscheinlich viele davon ab, sich genauer mit diesem Thema zu befassen, weil es immer noch ein sensibles Thema ist.

Klar, heutzutage, das merkt man schon, wird die Akzeptanz immer größer. Schwule und Lesben werden akzeptiert, anders denkende, lebende Menschen werden nicht mehr ganz so schräg angeguckt. Sie trauen sich, auf die Straße zu gehen. Man hat generell das Gefühl, dass es alles etwas lockerer wird. Sämtliche Zwischengeschlechter werden akzeptiert, und so weiter und so fort. Aber am Ende ist es ja immer noch so: Mmmh, Sex ist etwas, das man zu Hause macht. Leider übertrifft die Angst oft die Neugierde, so dass es dann bei der Vorstellung einer Fetischparty bleibt und auch bei den Wünschen.

Was ist denn, wenn man mich da sieht? Das schreckt viele Menschen direkt ab, so dass sie sich dann lieber doch entscheiden, in ihrer Welt zu bleiben. Dann kann man sich das ja mal anhören. Es gibt ja sicherlich auch Medien, wo man sich einlesen kann. Das Internet ist voll damit. Solche Seiten leben ja nicht von Nichtbesuchern. Wenn man sich da mal genauer mit befasst, gerade mit solch sexuellen „Abgründen“ – solche Seiten werden ja echt gut besucht. Sextoys-Anbieter leben auch nicht von Luft und Liebe.

Aber das passiert halt alles in den sicheren vier Wänden, virtuell, man wird nicht gezeigt, muss sich nicht zeigen. Deshalb ist es ein Leichtes, auf den Verstand zu hören, der sagt: Das ist ja eigentlich verrucht, man macht sowas nicht. Das ist zu krass. Deshalb lass ich das lieber mal so. Sie sterben dann unwissend und das ist sehr schade, denn ich habe heute sehr viele coole Sachen erlebt.

Fetischparty besuchen

Ich hoffe, ich konnte euch etwas abholen, ein paar Fragen zu Fetischpartys beantworten und ein paar Ängste nehmen. Es würde mich freuen, wenn ihr euch jetzt ein bisschen ermutigt fühlt, dann doch mal aus euerm Schneckenhaus zu kommen. Ich hatte eine super schöne, spannende und aufregende Nacht, habe tolle Menschen und Geschichten kennengelernt, habe mich echt wohl dabei gefühlt, konnte meinen Horizont erweitern – und all das ohne selber Sex zu haben.

Ein paar Schlagwörter

Warum macht sie das?

  • aktuell: BDSM greifbarer machen
  • Ermutigen auch einen Blick über euren Tellerrand zu wagen

Wie macht sie das?

  • Ausbruch - neue/alternative Wege gehen
  • Motivation und Inspiration durch Menschen, Momente und nimmersatte Neugierde

Womit macht sie das?

  • Mit Geschichten aus dem wahren Leben.
  • Mit eigener Erfahrung, die sie euch zu Nutze macht.
  • Mit knallharter Wahrheit und derzeit jeder Menge Fakten über die schwarz-bunte Welt der BDSM Szene