#60 Vore Fetisch – Ich hab dich zum Fressen gern

Heute geht es in die bunte Welt der Fetische. Es ist echt unglaublich, was es da alles für Formen gibt. Und umso spannender war es für mich, als mich eine Hörerin bat, einmal über den sogenannten Vore Fetisch zu sprechen. Was ist das und was gibt es da noch alles zu entdecken?

Zeit für’s Essen fassen. Mahlzeit.

Kurz bevor es losgeht noch der Hinweis: Ihr habt sicherlich mitbekommen, dass letzte Woche keine Folge veröffentlicht wurde. Ich werde jetzt auf den 2-Wochen-Rhythmus umsteigen. Ihr habt ja gehört – zumindest die, die das Interview gehört haben mit Kunst der Unvernunft – da habe ich ja schon erzählt, dass da ein bisschen was passieren wird. Und da werde ich jetzt mich auch weiter ausbauen. Aber ich werde trotzdem weiterhin Podcast-Folgen machen, auch wenn das jetzt gerade eine schwierige Zeit ist. Aber das kennt ihr ja aus euren persönlichen Lebensbereichen. Dieses Jahr ist einfach irgendwie kurios.

Ja, ich werde versuchen, da weiterzumachen, und mit eurer Unterstützung werde ich das auch können. Und wenn ihr mich auch finanziell unterstützen wollt, könnt ihr das natürlich gerne hier tun. Ich würde mich freuen. Ich freue mich über jeden Euro, denn auch das ist natürlich etwas, womit man jetzt nicht berechnet hat. Und ich freue mich einfach, wenn ihr mich da auch unterstützt. Ansonsten wünsche ich euch jetzt viel Spaß bei der Folge!

Ich habe eine total spannende Email von einer Hörerin bekommen. Also ich muss sagen, im ersten Moment, als ich das gelesen habe, dachte ich: Ach Mensch, ja stimmt. Ich wurde ja da auch schon mal mit konfrontiert. Innerhalb einer Session. Und ich habe es auch schon einmal bei einer Kollegin mitbekommen. Und im Verlauf dieser E-Mail musste ich echt grinsen, weil das ist so ein kurioses Thema ist. Ich kann mich davon nicht freisprechen, dass ich noch nicht so richtig den Ansatz davon gefunden habe und ich habe es auch noch nicht so verstanden, aber soll ja in Ordnung sein. Umso cooler fand ich, dass die Hörerin mir da ein bisschen was erzählt hat.

Denn sie hat mir erzählt, dass ihr Freund nach einer sehr langen Beziehung schon ihr irgendwann mal offenbart hat. Dass da etwas in ihm schlummert, und zwar dass er ganz gerne von einer attraktiven weiblichen Person geschrumpft, gefangen und gerne verschluckt werden möchte! Wahrscheinlich denkt der/die eine oder andere jetzt: He? Was zur Hölle? Ich muss auch, wie gesagt, gestehen, ich habe auch im ersten Moment so reagiert und dachte: Ohhhh, das wird ein interessantes Thema. Ja, sie bat mich, darüber zu sprechen, was ich sehr gerne tue.

Fetische über Fetische

Dazu muss ich sagen, ich musste mich tatsächlich ein bisschen einlesen, weil ich diesen Fetisch selber, wie gesagt, ja schon mal erleben durfte und auch mal von einer Kollegin mitbekommen habe, da werde ich gleich von erzählen. Auf jeden Fall, ja, es ist für mich tatsächlich sehr interessant, aber auch total witzig. Denn es ist schlicht so komisch und so unfassbar auf eine besondere Art und Weise. Aber egal, darum soll es ja nicht gehen. Ich werde die Beispiele nachher erzählen, und da könnt ihr euch dann euer eigenes Bild von machen. Aber bevor wir das machen, möchte ich erstmal etwas genauer darauf eingehen.

Ich möchte das erklären, was es ist. Und ich möchte auch mal erzählen, welche Fetische es noch gibt. Denn während ich mich da eingelesen habe, kommt man da ja schon auf diverse andere Fetische. Ich habe mir auch tatsächlich etwas verwirrende Videos angeguckt. Aber gut. Fangen wir erstmal an, welche anderen Fetische ich noch so erkannt und entdeckt habe, bevor es um den sagenumwogenen Vore Fetisch gehen wird.

Grundsätzlich, klar, ich habe ja schon über den einen oder anderen gesprochen Im „Normalfall“, der Klassiker ist ja eigentlich folgender: entweder ist es ein Gegenstand oder irgendein Material, der oder das zur sexuellen Erregung führt. Ich hatte schon öfter mal Folgen gedreht, u. a. auch über den Nylon-Gast. Das ist ja total faszinierend gewesen. Wie spannend das irgendwie alles ist, das zu beobachten, wie diese Menschen darauf abgehen, auf diese einzelnen Gegenstände.  Also bisher waren es ja dann eher so Schuhe oder Nylons, Windeln, Uniformen, Brillen. Auch das ist mir im privaten Bereich einmal begegnet und sehr interessant aber sehr cool.

Oder eben die klassischen Füße

Das ist das, was man so kennt. Das ist tatsächlich verbreiteter als man denkt. Auch im eigenen Alltag. Das ist schon spannend. Und dann gibt es ja auch die Materialliebhaber. Also die, die wirklich dann sexuelle Erregung erfahren, wenn sie z. B. Pelz, Leder, Latex oder auch Nylons anfassen, riechen, schmecken dürfen. Auch das ist eine sehr, sehr coole und facettenreiche Sache, die mir auch immer wieder wiederfährt und wo ich auch immer wieder sage: Ach Mensch, krasse Sache!

Also das sind so die Definitionen, die einem dann schon mal so begegnen als Domina. Aber dann gibt es ja dann auch noch die Objekt-unabhängigen Fetische. Es folgen drei Fetische faszinierende Fetische.

Ich mag dich, Sofa

Ich wusste nicht, dass es das gibt. Vorab muss ich kurz gestehen: bei manchen ist schon so eine Art Abscheu bei mir aufgekommen, aber am Ende muss es jeder für sich wissen, was er/sie/es tut. Also die kurios wirkenden fand ich total interessant, z. B. die Forniphilie. Forniphilie ist das Benutzen von Menschen als Möbelstück. Auch da gibt es eine kleine Anekdote, eine persönliche Anekdote, die ich zu Zeiten Hamburgs noch erleben durfte, wo ich auf einem Geburtstag eingeladen war und auf einmal mir dann ein Sitzplatz angeboten wurde.

Und das war dann kein Stuhl, sondern ein nackter Mann, der auf allen Vieren schon auf mich wartete.

Das ist alles so herrlich. Gerade da waren es ja noch eher so die Anfänge, wo ich selber noch nicht genau wusste: wo geht die Reise hin in diesem Bereich. Wenn man dann so unverhofft in solche Situationen geworfen wird, das ist einfach herrlich. Ich habe mich dann auch mit meiner Freundin damals im Nachhinein dann genauer darüber unterhalten. Die hat sich natürlich höchstgradig amüsiert über meine erste Reaktion. Ja, ich kann da jetzt auch sehr drüber lachen, weil das einfach irgendwie cool war, dass ich da Teil eines Fetischismus geworden bin, ohne es zu wissen.

Das war ein Bekannter von ihr, der halt einfach ab und zu ganz gerne mal als Stuhl oder Bank oder wie auch immer dienen wollte – oder eben auch als Fußbank. Diesen Fetisch finde ich auf seine Weise total schön. Vielleicht, weil das einfach so alltäglich ist, so kurios es klingt. Aber vielleicht kann der eine oder andere damit was anfangen.

Bienchen summ herum

Dann gibt es ja noch die: Melissopholie. Das sind Menschen, die auf Bienenstiche stehen. Als ich das zum ersten Mal gelesen habe, war auch da wieder Engelchen-Teufelchen. Was? Wieso? Wie kommt man darauf? Da habe ich mich dann auch wieder an meinen Gast erinnert, der es so mag, wenn ich den mit Brennnesseln malträtiere. Auch das ist ein Fetisch, der öfter vorkommt als man denkt, und auch irgendwie tatsächlich verständlich. Bei Bienenstichen weiß ich es jetzt nicht. Da reagier ich zumindest immer ein bisschen sehr krass drauf. Das ist halt einfach nicht schön. Und Brennnesseln im ersten Moment ja auch nicht. Die jucken dann so blöd und ich verbinde da jetzt so gar nichts Sexuelles mit. Aber es ist ja in Ordnung, dass es manche tun.

Melissopholie – jetzt hat das Kind einen Namen.

Jetzt weiß ich: Okay, wenn jemand Bienenstiche zur sexuellen Erregung nutzt – das sind Melissopholisten. Als ich mich dann eingelesen habe und weitere Fetische erkannt habe, habe ich doch tatsächlich auch einen gefunden, wo ich mich selber nicht von freisprechen kann. Fetisch jetzt nicht, aber es ist auf jeden Fall schon ziemlich interessant, und zwar die Sthenolagnie.

Show me your muscles, baby!

Das ist das Bewundern wollen von Muskeln, also wenn jemand mit seinen Muskeln spielt. Das ist auch relativ bekannt als Muscle Worship. Was soll ich sagen? An dem Punkt kann ich sagen, finde ich auch ziemlich nice. Wenn ich da so im Fitnessstudio bin und dann die ganzen netten Herren beobachten darf, wie sie da ihre Muskeln stählern. Ja doch, da passiert ja doch auch einiges in mir, und da bin ich sicherlich nicht die einzige. Da vergisst man manchmal doch, warum man eigentlich trainieren geht, weil man da einfach die ganze Zeit hinguckt. Lassen wir das mal so stehen! Auf jeden Fall ist das schon hübsch anzusehen…

Und dann gibt es ja noch die für mich abschreckenden Fetische. Auch da, wer bin ich, dass ich das urteilen darf. Aber ich persönlich muss sagen, kann da überhaupt nichts mit anfangen. Und auch, wenn ich da schon mal mit integriert wurde in solche Spielchen, kann ich nicht anders sagen, als dass bei mir da auch etwas Abwehr entstanden ist. Aber es ist ja trotzdem in Ordnung. Es ist ja jedem selbst überlassen, was er da wie möchte. Manche sind da ja auch tatsächlich so ein bisschen gefangen in diesen Fetischen. Deshalb möchte ich sie hier trotzdem einmal erwähnen. Aber für mich ist da halt meine Grenze erreicht.

Grenzfetische (für mich)

Trotzdem möchte ich euch aufklären über z. B. eine Apotemnophilie.

Das ist die Amputation der eigenen Gliedmaße. Das ist mir zum Glück noch nicht passiert, dass ich da mal gefragt wurde, ob ich da mal zusehen möchte oder das in irgendeiner Form mitbekommen haben. Ich meine, klar, das sind natürlich auch Extreme. Das darf dann auch in Ordnung sein, wenn das extrem für jemanden erscheint und wenn man da nicht unbedingt sagt: Ja klar, können wir mal machen! Das ist ja schon im wahrsten Sinne was Endgültiges.

Aber trotzdem auch da – ich wusste nicht, dass es sowas gibt und ich wüsste auch gar nicht, wo man sowas erleben kann und wie die Menschen das ausleben. Sicher, es gibt natürlich auch solche Underground Szenen, wo sowas sicherlich mal passiert. Muss ja irgendwo passieren. Aber da weiß ich jetzt auch nicht, ob ich da mal beisein wollen würde. Auf jeden Fall, die Apotemnophilie ist einer der extremsten Fetische, die mir untergekommen sind, als ich mich da eingelesen habe.

Fäkalien als Fetisch

Genauso wie die Emetophilie. Und zwar ist das die Erregung durch Erbrochenes. Ich selber habe es noch nicht gemacht, ich kann’s auch nicht. Würde es auch nicht wollen, weil ich da irgendwie an meine Gesundheit denke. Aber tatsächlich ist mir Vomit ja schon öfter mal zumindest untergekommen in Form von, dass ich wusste: Okay, eine Kollegin macht das jetzt gleich.

Auch da, ja, kann sicherlich interessant sein. Ja, ich kann’s mir sogar vorstellen, dass es, wenn man das kann, in irgendeiner Form erotisierend ist. Jetzt nicht die Sache an sich, die da passiert, sondern ich habe mich mal einmal mit einer Kollegin unterhalten, die das macht. Und die kann es tatsächlich so, dass es ohne würgen passiert. Die steckt sich den Finger in den Hals, macht den Mund auf und dann kommt das raus. Mit ganz, ganz viel Fantasie habe ich tatsächlich auch für mich erkannt: Ja, okay, gut, könnte interessant und erotisch sein, wenn das eine schöne Frau macht, aber nee, ich möchte dann jetzt auch nicht dabei sein, wenn sich dann jemand darin suhlt und so. Aber auch da, wie gesagt, jedem dat Seine. Und wenn jemand da auf Erbrochenes steht, soll er das ausleben und es soll in Ordnung sein.

Der Fetisch Markt bietet alles.

Ja und dann gibt es ja noch die Nekrophilie, das ist die sexuelle Erregung durch Leichen. Ich frage da jetzt mal nicht nach, wie die Menschen dazu kommen, das ausleben zu können. Auch da ist Ende bei mir mit der Phantasie und auch mit der Vorstellungskraft. Klar, man kann es sich erklären. Vielleicht haben die Zugang zu irgendwelchen Leichenschauhäusern oder die gehen bewusst zu irgendwelchen Beerdigungen, wo die Leichen aufgebahrt sind. Aber auch da, eine innerliche Abwehr kommt direkt. Ihr habt das jetzt gehört, dass es auch die Nekrophilisten gibt, und das soll es damit auch sein.

Jetzt geht es ja um unseren Vore Fetisch

Auch da musste ich mich einlesen. Rein vom Wort her kann man das erklären: Vorare – schlucken und verschlingen. Und Vile – ist das Liebhaben von, also anscheinend was Lateinisches. Und wie das Wort schon sagt, ist es die Vorliebe oder tatsächlich ja der Fetisch, verschlungen zu werden. Das Gegenteil davon, um das kurz zu erwähnen, ist die Phagophobia – das ist die Angst vor dem Gefressen-werden. Aber darum soll es heute nicht gehen.

Es soll jetzt tatsächlich um den Vore Fetisch gehen. Als ich das gelesen habe, musste ich jetzt auch erstmal überlegen (nachdem mir aufgefallen ist, dass mir das ja auch schon mal widerfahren ist), wo kommt das eigentlich her. Also jeder Fetisch kommt ja irgendwo her, und jeder ist erklärbar. Manche Ansätze kann man sich da selber erklären, aber bei denen – bor, ich wusste echt nicht, wie es dazu kommen kann. Und um euch da kurz einmal mitzunehmen. Ich hatte ja, glaube ich, sogar schon eine Folge darüber gedreht, wo ich mit einem Gast das nachspielen musste. Und zwar wollte er ja meine Mousse au Chocolat sein.  Das ist irgendwie alles so herrlich.

Vore Fetisch – Bitte iss mich

Als ich die Anfrage bekam, war ich natürlich auch erstmal irritiert. Aber ihr könnt euch die Folge gerne mal anhören. Auf jeden Fall in Kurzform: Dieser Mensch war Koch und er wollte gerne, dass ich ihn verschlinge in der Fantasie. Ich sollte ihn zu einem Päckchen zusammenschnüren und sollte mit seinem Löffel, den er mir mitgebracht hat, auf ihm rumkratzen. Jetzt nicht so, dass das richtig blutet oder so, sondern einfach alles so tun als ob. Und dann wollte er mit dem Kopf auf meinem Bauch liegen und wollte hören, was da so in mir passiert. Das war die Session. Und im Nachhinein fand ich das halt auch total süß. Er hat mir dann auch eine eigens gekaufte Mousse au Chocolat mitgebracht, weil ich ihm beim Vortelefonat erzählt habe, dass ich das auch ganz gerne esse. Süß.

Das war schon wieder so schön, dass er mir dann halt wirklich einen Pott Mousse au Chocolat mitgebracht hat. Und der Löffel, den ich dann ja abgeleckt habe, den hat er dann auch mitgenommen, um die Session im Nachgang noch zu verarbeiten. Wie gesagt: Es ist alles wie so oft kurios, aber wenn man da wertfrei rangeht, kann man das ja auch einfach mal sacken lassen und verdauen.

Vore Fetisch – mit Wertfreiheit geht einiges

Ja, auf jeden Fall habe ich mich dann mal gefragt: Naja, worum geht es dann in diesem Verdauungsfetisch eigentlich? Mein Gast damals wollte ja jetzt nicht unbedingt, dass ich ihm verbal erzähle, was da jetzt passiert. Schon, wie lecker das jetzt sei und so. Aber es gibt da ja auch die extremeren Formen. Und das habe ich ja bei einer Kollegin dann mitbekommen, die ja immer einen Telefongast hat, dem sie vorspielen muss, wie sie ihn schrumpft und verspeist und dann verdaut.

Vore Fetisch – geht auch wunderbar per Telefon

Und dann auch jeden Schritt vom Kauen bis zum Schlucken, über – was passiert im Magen, was ist da noch alles drin? Dadurch habe ich dann auch erkannt: dieser Fetisch scheint Same-size-Vore oder Belly Vore zu heißen. Ich habe, als ich dann das mal genauer erkennen wollte, mit mal Videos entsprechend angeguckt. Auch da, guckt es euch vielleicht selber an, wenn ihr das mal erfahren wollt. Das ist auf jeden Fall für mich nicht greifbar. Allein, weil es gern mit hochschwangeren „gespielt“ wird. So kann ich es einfach sagen. Und auch, wenn ich meiner Kollegin zuhöre, es ist faszinierend irgendwo. Und ich finde es auch total krass, was sie für eine Fantasie hat.

Die hätte ich glaube ich gar nicht. Schon cool, was sie da so raushaut. Und der Gast will auch immer zu ihr aufgrund ihrer Fantasie. Das ist schon interessant mitzubekommen, wenn man da zuhört. Aber als ich diese Filmchen gesehen habe, es war 1:1 so, wie meine Kollegin das immer macht. Spannend. Auf jeden Fall habe ich mich dann mal damit beschäftigt, mich zu fragen, wo das eigentlich herkommt.

Vore Fetisch – Wo kommt er her?

Das fand ich schon wieder sehr krass. Also die psychologischen Aspekte der einzelnen Geschichten, die sind ja immer total spannend. Und so habe ich tatsächlich zwei Ansätze rausfiltern können, die sind einfach, wenn man das mal ganz nüchtern betrachtet, logisch.

Und zwar ist der erste Ansatz, dass manche zurück in den Mutterleib wollen. Das klingt im ersten Moment ein bisschen komisch. Aber vielleicht hat der eine oder andere schon mal vom Peter Pan Syndrom gehört. Es gibt tatsächlich Menschen, die die Kindheit so extrem genossen haben und als Erwachsene einfach nicht klarkommen – die eben Kind bleiben möchten. Die sind natürlich nicht so krass wie die Leute, die wirklich komplett zurück in den Mutterleib wollen. Aber das Peter Pan Syndrom kommt da doch oft drin vor in diesem Zusammenhang. Die Menschen, die zurück in den Mutterleib wollen, kann man jetzt auch wieder so oder so sehen. Aber rein objektiv betrachtet möchten sie gegessen werden, weil sie sich dadurch vorstellen können, dass sie dadurch wieder zurück im Mutterleib sind und wieder Baby sein dürfen. Was dann wieder auf das Peter Pan Syndrom zurückzuführen ist.

Vore Fetisch – teils schon in der Kindheit geprägt

Meine Hörerin, die mir die E-mail geschrieben hat, hat auch gesagt, dass ihr Freund es schon von Kindheit an so ein bisschen erkannt hat oder zumindest die ersten Ansätze davon erkannt hat, indem er z. B. den Film von Pinocchio geguckt hat, wo Pinocchio vom Wal verschluckt wird. Und da kann er sich heute noch dran erinnern, dass er das damals schon interessant fand. Auch da, faszinierend, wie tief diese Fetische teilweise sitzen. Das ist schon krass.

Vore Fetisch – ich habe dich zum Fressen gern

Auf der anderen Seite gibt es ja den Satz: Ich hab dich so gern, ich würde dich am liebsten auffressen. Im Alltag zu sehen ist das ja schon wieder romantisch. Dieser Liebesbeweis – ich könnte dich auffressen, so lieb habe ich dich – ist irgendwie niedlich, finde ich zumindest. Wenn man das auf das Sexuelle bezieht, kann sich der eine oder andere jetzt auch zumindest mal an die Nase fassen. Denn man kennt es schon aus der Tierwelt ein bisschen, dass es ja tatsächlich Menschen gibt, die sich gerne in den Partner festbeißen. Sei es jetzt von hinten, wie z. B. Tiger – die machen das ja, oder Löwen. Die beißen sich ja dann im Nacken fest, also die Männchen, wenn sie die Weibchen begatten. Auf die Menschenwelt bezogen habe ich das auch schon von diversen Menschen gehört.

Dass sie da auch drauf stehen, dass sich der Partner, egal ob Männlein oder Weiblein, dann von hinten oder vorne festbeißt, oder an irgendwelchen Stellen und dann extrem dran saugt. Also die mögen halt dieses animalische Handeln. Die nutzen das schon mal gerne als Vorstufe zum Vore Fetisch. Das ist ein Ansatz, den ich tatsächlich nachvollziehen kann. Wenn man schon so anfängt, dieses Spiel mit ins sexuelle Spiel einzubauen, sich irgendwo festzubeißen oder mal etwas fester zu saugen oder sowas, das machen ja doch relativ viele – und das wissen wir alle.

Wenn manche Menschen das dann als Vorstufe zu weiteren Schritten sehen, dann ist das ja auch in Ordnung. Ich weiß nicht, ob das jetzt bei der Hörerin so entstanden ist, wahrscheinlich eher nicht. Weil ihr Freund ja schon sehr, sehr früh erkannt hat, dass da irgendwie was ist, glaube ich, ist das jetzt nicht der Ansatz, der auf die Hörerin passt. Also entweder gibt es den Bereich aus der Kindheit, ob das jetzt positiv oder negativ zu sehen ist, ist jedem selbst überlassen. Oder aber aus der Tierwelt, dass man für sich erkennt: okay, da ist irgendwas.

Ich beiß mich gerne fest und gucke da mal genauer hin.

Vielleicht ist da auch bei dem einen oder anderen dieser Fetisch so entstanden, dass man dann nicht nur gebissen werden möchte, sondern tatsächlich auch aufgegessen werden möchte. Am Ende ist es ein Spiel von Macht und Unterwerfung, wie in so vielen Bereichen in der BDSM-Szene. Der Freund von meiner Hörerin hat sich leider nicht getraut, mir persönlich davon zu erzählen. Ist auch komplett in Ordnung. Er schämt sich halt dafür. Das ist ja leider oft so, dass es in diesem Bereich so ist, dass sich jemand dafür schämt für seine Vorlieben oder Fetische oder was auch immer.

Aber auch das ist in Ordnung. Ich bin ja froh, dass die Hörerin mir die Chance gegeben hat, das Sprachrohr sozusagen zu sein. Persönlich habe ich da zwar keinen Bezug zu, aber da auch in diesem Bereich niemand etwas macht, was dem anderen weh tut, und das alles in der Fantasie passiert, soll auch dieser Fetisch in Ordnung sein. Ich habe im Zusammenhang damit ein sehr, sehr cooles Zitat von Helmar Nahr gefunden. Ich kenne diesen Mann nicht, aber er sagt: Die Logik ist die Zwangsjacke der Fantasie.

Und dass wir aus unseren Zwangsjacken raus wollen bzw. manche auch rein, darum geht es hier ja. Der Vore Fetisch ist ein wunderbares Beispiel dafür.

Danke an meine Hörerin!

Ein paar Schlagwörter

Warum macht sie das?

  • aktuell: BDSM greifbarer machen
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Wie macht sie das?

  • Ausbruch - neue/alternative Wege gehen
  • Motivation und Inspiration durch Menschen, Momente und nimmersatte Neugierde

Womit macht sie das?

  • Mit Geschichten aus dem wahren Leben.
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  • Mit knallharter Wahrheit und derzeit jeder Menge Fakten über die schwarz-bunte Welt der BDSM Szene