#07 Klinikspiele, Katheter und die Jugend

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Klinikspiele und Katether setzen in einem Domina Studio. Echt jetzt? JA.

Heute ist was Kurioses passiert. Auch nach einem halben Jahr ist es immer noch so, dass kein Tag im Studio dem anderen gleicht. Manche ähneln sich, man geht da raus und denkt sich: o. k., war heute wieder krass, aber es war in Ordnung. Und dann gibt es Tage wie heute, an denen ich danach nach Hause fahre und mich die ganze Rückfahrt über frage, ob ich das gerade wirklich erlebt habe.

Ich versuche mich immer wieder in mein Leben von vor einem halben Jahr reinzuversetzen. Dann frage ich mich: Hätte ich das damals noch absurder gefunden? Ich denke schon, denn da hatte ich zwar schon mehr BDSM Luft schnuppern dürfen, als manch anderer, aber eben noch nicht im aktiven Bereich. Ich bin heute wirklich wieder etwas verwirrt von dem Geschehenen, finde es aber gleichzeitig auch wieder wunderbar, dass ich es erleben durfte. Wie alles, was ich so in der Szenerie erleben darf. Aber den heutigen Tag kann ich (noch) gar nicht richtig greifen. Fand ich das jetzt gut oder schlecht? Oder fand ich das schlicht zu krass? War das irgendwie eklig? Ich weiß es noch nicht. Vielleicht kann ich das am Ende des Artikels sagen, wenn ich den Impuls aus der Kliniksession und den heutigen Tag schriftlich verewige.

Klinik, Katheter, krass…

Ich habe heute zum ersten Mal mitbekommen, wie ein Katheter gesetzt wurde. Für viele Männer ist es wohl eher der Horror, wenn es um Harnröhren und da was reinstecken geht. Und diese werden wahrscheinlich ein Kribbeln in der Leistengegend beim Lesen dieser Zeilen spüren. Aber dann gibt es ja vielleicht auch welche, die sagen: Ja, glaube ich, dass jemand da mal genauer hinschauen und genauer in die Materie eindringen will. Es war nicht geplant, dass ich es mitbekomme, denn eine andere Dame hatte diesen Gast und ich habe aus Spaß gefragt, ob ich es mir einmal ansehen durfte – quasi als Praktikantin. Sie war so nett und nahm mich an die Hand…

Generell ist zu sagen, dass wenn es um Klinikspiele geht, bin ich ja ein bisschen dünnhäutig unterwegs. Ich habe zwar schon sämtliche Dämonen in mir entlarvt, enttarnt und entfernt, indem ich mittlerweile zumindest schon Nadeln setzen und andere Sachen machen kann. Aber die härteren Fälle blieben mir bislang verwehrt. Und dementsprechend habe ich da immer einen gewissen Abstand und großen Respekt vor. Und heute wusste ich, dass wir in der Klinik sind. Da wird irgendwie was Komisches passieren. Aber mein Gott.

Bevor ich da rumsitze und nichts mache, kann ich ja die Zeit besser nutzen und was lernen. Ich warte tief in meinem Innern immer noch auf den Tag, wo ich sage: Hey, die Klinikspiele, also der weiße Bereich, ist total mein Ding. Ich glaube zwar, dass es niemals kommen wird, aber auf jeden Fall war ich dankbar, dass ich mitgehen durfte. Auf dem Weg dorthin wurde mir auch schon gesagt, dass wir heute einen Katheter setzen werden.

Jedem das Seine, dachte ich. Aber da wusste ich ja noch nicht, dass der Mann seine eigenen mitgebracht hat. Warum bringt er seine eigenen mit, habe ich mich gefragt, und die Antwort war ganz einfach: Weil wir diese Größe nicht haben…

Auf einmal ging irgendwie alles ziemlich schnell. Nachdem der Satz gefallen ist, hatte ich schon so viele Fragen, hatte aber keine Zeit, mich damit zu befassen, weil wir ja auf dem Weg in den Raum waren und der Gast wartete. Meine Gedanken: jetzt ist wieder der Moment indem ich einfach mal mache. Nicht denken, machen. Ich sollte mich eigentlich nur dahinsetzen, gucken und lernen. Aber wie es der Zufall so wollte, sagte der Gast auf einmal in seiner freundlichen Art und Weise, dass wenn so eine hübsche Frau dabeisitzt, dann soll sie doch bitte auch mitmachen. Im Kontext: ja, die soll nicht doof rumsitzen, die soll mitmachen und mich hier bespaßen bei meinen Klinikspielen und dem Katheter. War er ein Stereotyp eines Klinikgastes? Rein äußerlich nicht, aber umso mehr aus seinem Inneren heraus.

Ich war sehr dankbar, dass er es sagte, denn so konnte ich die Assistentin sein aus direkter Nähe zugucken. Denn dieser Mann lag auf einem Gyn-Stuhl, während er mit gespreizten Beinen zusehen durfte, wie meine Kollegin dann den gefühlten Gartenschlauch durch seine Harnröhre in seine Blase schob. Ich durfte mich währenddessen mit seinen Nippeln beschäftigen und war einfach da. Aber da unten passierte ja gerade ein Unfall, etwas, was ich noch nie gesehen hatte – wo man einfach hingucken muss. Was passiert da gerade? Wahnsinn.

Klinikspiele

Gartenschlauch tut´s auch

Eigentlich war es so von der Situation auch schon alles. Die ganze Session ging darum, dass er auf diese Weise penetriert wird, während er diesen Schlauch in seiner Harnröhre hatte. Ironischerweise war die Situation einfach nur witzig. Er gehörte nicht zu den Gästen, die voll in der Szenerie drin sein wollen. Stattdessen hat er mir zwischendurch erklärt, wie was wo rein muss und was man alles für Utensilien benötigt. Man muss ja auch bedenken, dass er die ganzen Sachen dabeigehabt hat.

Alles. Alles, was man dafür braucht, hatte er dabei. Als ich dann gemerkt habe, dass er mit seinem Fetisch ganz locker umgeht, habe ich angefangen zu fragen. Denn es ist ja immer interessant zu wissen, was ist er, und wer ist er, und was macht er, und was er will, und wo er herkommt. Ich fragte ihn, wo er das alles herhatte. Das kauft er sich im Internet, und er wartet da schon immer sehnsüchtig drauf, bis er das dann wieder eingeführt bekommen kann. Er hat es auch schonmal alleine gemacht, aber das sei nicht so toll.

Moment. Du schiebst dir selber einen gefühlten Gartenschlauch in die Harnröhre? Wahnsinn.

Und manche wissen ja, wie lang so ein Schlauch ist und wie tief der er rein geht. Dieser Schlauch wird wirklich so reingeschoben, bis nichts mehr geht, bis dann wirklich die Blase erreicht ist. Dann wird ein Stoppen draufgesetzt, sodass ein Vakuum entsteht und dann kann man da quasi nichts mehr machen. Da passiert nicht mehr viel. Da kann man dann auch nicht mehr kontrollieren, ob da Urin rausläuft oder nicht. Das wird durch einen anderen Stopfen verhindert. Ein komplettes Vakuum.

Damit war die Session inhaltlich auch schon gefüllt. Viel spannender für mich war das Gespräch Im Anschluss. Ich hoffte sehr, dass er uns erzählt, was eigentlich hinter diesem Fetisch steckt. Das ist ja schon ein bisschen was Exotischeres. Dieser Mann war zum Glück sehr auskunftsfreudig. Wir haben im Anschluss noch zusammen eine Cola getrunken. Und dann erzählte er uns, dass er diesen Fetisch mit den Jahren und durch verschiedene Begebenheiten für sich entdeckt hat.

Mittlerweile ist es wirklich ein Fetisch geworden für ihn. Ohne den kann er gar nicht mehr. Und Sex an sich ist auch blöd. Er ist sozusagen dazu gekommen, als er mal wirklich zum Arzt und seine Blase untersuchen lassen musste. Und da wurden ihm verschiedene Sachen durch die Harnröhre geschoben und er fing an, es gut zu finden.

Die Jugend prägte seine späteren Klinikspiele

Irgendwann war diese Phase dann wieder vorbei und er hat sich anderweitig ausprobiert. Dann hatte er eine anale Phase, die er aus Jugendzeiten noch kannte. Nebenbei: dass Jungs in der Probierphase in der Jugend einfallsreich sind, konnte ich mir schon denken. Aber ich hätte nicht gedacht, dass es welche gibt, die so schlau sind, dass sie Mama´s kleine Nagellack-Pöttchen aus dem Müll fischen, wenn sie leer sind, da warmes Wasser einfülllen und sie sie sich anal einführen. Das ist so simpel und trotzdem so effektiv. Er sagte uns auch, dass das auch schon an sich gereicht hat, um zum Höhepunkt zu kommen.

Es war schön warm, war hart, war lang, war dick.

Durch Nagellack-Pöttchen hat er seine anale Phase für sich entdeckt und irgendwann war diese Blasensache da. Der wollte er aber nicht nachgehen, weil er da noch zu angstgetrieben war: Nee, das kann ich nicht machen. Das ist pervers. Aber mit dem Alter hat er das dann doch für sich entdeckt und erkannt, dass es interessant für ihn sei, das mit einer Domina zu praktizieren. Interessant und völlig nachvollziehbar war noch, als es mir vom Unterdruck erzählte, der ihm einen besonderen Orgasmus beschert. Dadurch, dass ein Vakuum in ihm entsteht, ist es eine andere Form von Druck und Lustaufbau. Er merkt es innerlich, kann es aber nicht rauslassen. Man kann noch nicht mal den Lusttropfen verlieren. Und deshalb passiert das alles im Körper.

Und somit ist es dann am Ende, im wahrsten Sinne, eine Art Explosion.

Klinikspiele

Rakete durch Katheter

Sobald da irgendwie wieder Luft drankommt und der Stopfen gelöst wird – Explosion. Dem war auch dann so. Das durfte ich ja dann auch miterleben. Das war für mich wieder auf so viele Weisen spannend: das ist jetzt deine Motivation. O. k., cool. Und ich durfte dabei sein. Auch o. k., cool. Und die Geschichten, die er da nachher erzählt hat: auch o. k., cool.

Ich liege jetzt hier, bin entspannt und verwirrt zugleich, und auch gleichzeitig wieder dankbar. Dafür, dass ich das miterleben durfte, dass er da auch so frei von erzählt hat. Frei nach dem Motto: Mäuschen, ich erklär dir mal die Welt. So war das heute. Ich fühlte mich, als sei ich irgendwie ganz blutige Anfängerin, als hätte ich noch keinerlei Erfahrung und Papi nimmt mich mal an die Hand und erklärt mir diese seine bunte Welt der Klinikspiele. Von daher habe ich jetzt schon wieder ein Grinsen im Gesicht und denke mir: dieser Teil des weißen Bereiches muss für mich jetzt in der Umsetzung nicht sein. Aber ich habe es jetzt miterlebt, ich habe diesen Menschen, wieder eine neue Geschichte kennengelernt und alles ist gut. Also von daher.

Weitere Klinikspiele erbeten

An dieser Stelle appelliere ich an die männlichen Zuhörer: Bitte erzählt mir eure Geschichten, wie ihr damals eure Sexualität kennengelernt habt. Habt ihr euch auch irgendwelche Tiegelchen oder alte Parfumfläschchen geklaut und da warmes Wasser reingefüllt? Es ist so cool. Und so raffiniert.

An die Mädels: wie habt ihr euch entdeckt? Habt ihr vielleicht ähnliche Dinge gefunden und so euer Innerstes erforscht? Wie habt ihr eure Vagina kennengelernt?

Wenn ihr solche Geschichten habt, erzählt sie mir gerne. Ich freue mich über alles, was ihr mir erzählt und was ich so zu hören bekomme.

Denn das ist wirklich spannend.

Ein paar Schlagwörter

Warum macht sie das?

  • aktuell: BDSM greifbarer machen
  • Ermutigen auch einen Blick über euren Tellerrand zu wagen

Wie macht sie das?

  • Ausbruch - neue/alternative Wege gehen
  • Motivation und Inspiration durch Menschen, Momente und nimmersatte Neugierde

Womit macht sie das?

  • Mit Geschichten aus dem wahren Leben.
  • Mit eigener Erfahrung, die sie euch zu Nutze macht.
  • Mit knallharter Wahrheit und derzeit jeder Menge Fakten über die schwarz-bunte Welt der BDSM Szene